Ein sprühendes Feuerwerk voller Witz und Verstand – Karasek trifft Hirschhausen

2011
10.18

Buchhändler-Reporterin Manuela Quarz

von Manuela Quarz

Heute, Sonntagabend, treffen sich nicht nur die kleinste literarische Form und die medizinisch-therapeutische Seite der Unterhaltung, sondern auch 900 gut gelaunte und erwartungsfrohe Gäste dieser Veranstaltung, mit dem schönen Titel “Soll das ein Witz sein?” im Tanzbrunnen des Rheinparks!

Das geht direkt rasant los, da werfen sich aber auch zwei, die sich kennen und mögen die Bälle und die Stichworte in rasantem Tempo zu und ein Knallerwitz folgt auf den anderen! Warum vergesse ich die bloß immer so schnell? Von Hirschhausen hat die passende Erklärung, das Gehirn speichert am liebsten visuelle Botschaften und ein Witz löst Bilder im Kopf aus, die nicht eindeutig und klar sind, widerstrebende Botschaften also, die kann das Gehirn nicht so einfach abspeichern, deshalb vergessen wir das Ganze lieber … schöne Erklärung und die kann ich gut behalten! Was von Hirschhausen und Karasek verbindet, ist die Lust Witze zu sammeln und sie zu kategorisieren! Das haben sie allerdings auch mit meiner Tante Elfriede gemeinsam, die hatte nämlich auch immer ein kleines Heftchen in der Handtasche – falls es mal ein bisschen langweilig wird – so war ihr Argument – mit einer sich ständig erweiterten Witzesammlung. Sie hat damit so manche staubtrockene Feier zum Brüllen gebracht!

Witze sind auch immer ein Spiegel der Zeit, besonders im politischen Witz wird das deutlich, man kann damit Größenverhältnisse in Diktaturen sehr subversiv und respektlos unterwandern, hat damit eine Waffe gegen Gewalt und Unterdrückung, beleuchtet Verhältnisse und schafft Erleichterung …, das gilt auch für den psychoanalytischen Witz, frei nach dem Motto “Wenn jemand eine Schraube locker hat, dann liegt‘s an der Mutter“.

Die Wirkung eines guten Witzes liegt aber nicht nur an der Pointe, sondern auch daran, wie dieser erzählt wird und das können sie beide – Karasek und von Hirschhausen. In dem Punkt stehen sie sich in nichts nach! Von Hirschhausen hat aber auch hier einen guten Tipp fürs Publikum und zwar, einfach mal – AUSWENDIGLERNEN. Das soll übrigens auch das Gehirn schulen.

Nach der Pause sind wir zu einem Spiel eingeladen, die Zuhörer dürfen selbst Witze erzählen oder den beiden Stichworte geben und darauf folgt ein Witz aus dem sogenannten “Katalog” – das bringt noch mehr Stimmung in den restlos ausverkauften Tanzbrunnen!

Mein Fazit für diesen Abend, pflegen wir sie doch, diese allerletzte Volkskunst, erzählen wir uns doch mal wieder einen Witz, lachen unsere Mängel und Schwächen weg und tun damit etwas für unsere Psyche, unseren Verstand und unser Zwerchfell!

Nachzulesen im Übrigen auch in Hellmuth Karaseks neuestem Buch “Soll das ein Witz sein?”. Das Bühnenprogramm ist ebenfalls zum Nachhören als CD erschienen und unbedingt empfehlenswert!

Hellmuth Karasek und Eckhardt von Hirschhausen

Hellmuth Karasek signiert

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