Na nu, lit.COLOGNE im Oktober? Sie haben es nicht ausgehalten, die Macher des schon fast legendären Literaturfestivals in Köln. Und so holten Sie sich das Beste von der heute eröffneten Frankfurter Buchmesse nach Köln und legten ein Special auf, das dem Publikum die Wartezeit bis zum nächsten März versüßen soll.
Best of Buchmesse, dazu gehört auch der heutige Gast, Schriftstellerin und Regisseurin Doris Dörrie. Sie soll uns ein wenig südliche Sonne in das verregnete Köln zaubern. Sie und ihr neuer Roman „Alles inklusive“ locken einige hundert lit.COLOGNE-Pilger in den Brunosaal in Klettenberg. Dass das hauptsächlich weibliche Zuhörer sind, quittiert Doris Dörrie mit der Feststellung, dass sie jeden lesenden Mann am liebsten persönlich begrüßen möchte, so selten seien sie geworden.
Moderiert wird der Abend in gewohnt professioneller Manier von Randi Crott, die Doris Dörrie federleicht und doch beharrlich die Bälle zuwirft. Und so entspinnt sich auf der Bühne ein fesselnder Dialog über die Arbeit der Doris Dörrie: die Bücher, die Filme, die Opern – was war zuerst, wie entstehen sie, was ist ihr wichtig? Es wird viel gelacht, auf der Bühne und im Auditorium, denn Doris Dörrie ist klug und humorvoll und weiß, hinreißend zu erzählen: warum Sie in diesem Buch ausgerechnet Torremolinos als Schauplatz gewählt hat, warum sie keine Hollywood-Regisseurin geworden ist, was sie so an Japan fasziniert …
Zwischendurch liest sie drei Kapitel aus „Alles inklusive“. Es wird laut und leise gelacht über die Heldinnen Apple und ihre Ex-Hippie-Mutter Ingrid und den Mops Dr. Sigmund Freud und deren Suche nach dem Glück. Aber wie Doris Dörrie sagt: an der spanischen Küste ist es nur solange schön, wie man ausschließlich aufs Meer schaut und sich niemals umschaut. Und das hat Doris Dörrie gründlich getan und tut sie immer: sie zeigt die vielen Facetten des modernen Lebens – unsere Sehnsüchte, unsere Fluchten, unsere Träume vom ständigen Glücklichsein.
Und dann endet der Abend mit einer klugen Betrachtung, was Unterhaltung eigentlich bezweckt: Doris Dörries oberstes Gebot ist es, ihr Publikum nicht zu langweilen. Der Romanleser, der Kinogänger soll herausgehen mit einem Energieschub, sich besser fühlen als vorher, seine Welt ein wenig erweitert und erheitert haben. Und das ist ihr an diesem Abend sehr gut gelungen!


