16 Fragen an Thomas Meinecke

2012
03.06

Thomas Meinecke ©W. Lückel, Suhrkamp Verlag

Wie finden Sie den Stoff für Ihre Bücher, was inspiriert sie?

Ich finde meinen Stoff sehr stark in Büchern, ich schreibe meine Bücher gleichsam als Leser.

Wie sehen Sie die Zukunft der Literatur – welche Themen werden begeistern, welche Genres am liebsten gelesen?

Ich bin etwas besorgt wegen all der eskapistischen Genres.

Welche Rolle spielt Ihr Publikum für Sie, wie bauen Sie eine Beziehung zu Ihren Lesern auf?

Ich reise viel herum und lese aus meinen Büchern. Hinterher wird in der Regel viel diskutiert. Oft erhalte ich auch Buchtipps aus meiner Leserschaft. Es besteht eine enge Wechselbeziehung zwischen ihr und mir.

Was macht eine besondere Geschichte für Sie aus?

Ihre Musikalität.

Was ist das für ein Gefühl, wenn Sie Monate an einem Text gearbeitet haben und schließlich das fertige Buch in der Hand halten?

Da ich ein exzellentes Verhältnis zur Herstellungsabteilung im Verlag habe, ist das stets ein großer, mit den Verantwortlichen geteilter Moment.

Wie lesen Sie selbst – auf dem eReader oder im gedruckten Buch?

Meine Bücher erscheinen sowohl in Deutschland als auch den USA gedruckt und elektronisch zugleich. Ich selbst besitze aber kein elektronisches Lesegerät.

Thomas Meinecke: Lookalikes

Keine. Umgekehrt nehmen uns die Regierenden und auch die Massenmedien gern in die Verantwortung – im Sinne einer nationalen Mobilmachung. Man steht dann leicht wie Günther Grass da. Schwierig.

Kultur und Konsum scheinen sich oft in getrennten Sphären zu bewegen. Wie können beide zueinander finden?

Das empfinde ich so, wenn ich an den Nippesregalen der Buchhandelsketten entlanggehe. Da sollten auch Bücher rein. Anspruchsvolle Publikumsbücher, z. B. aus der ‘edition suhrkamp’.

Welcher Autor hat Sie in den vergangenen Monaten begeistert und warum?

Immer wieder Peter Kurzeck und seine faszinierenden Mitschriften des längst vergangenen Gegenwärtigen.

In welche literarische Figur würden Sie sich gern einmal für einen Tag verwandeln?

Den Schriftsteller Thomas Meinecke in Salvador da Bahia aus meinem Roman ‘Lookalikes’.

Wie sehr beeinflussen eigene Erlebnisse ihr Schreiben?

Undercover dann doch mehr als man denkt.

Was macht ihrer Meinung nach ein perfektes Buch aus?

Dass es etwas von mir will, dem ich gerade eben genügen kann.

Wie muss für Sie der perfekte Anfang eines Romans aussehen?

Möglichst nicht wie ‘der perfekte Anfang eines Romans’.

Haben Sie schon mal eine Buchidee realisiert, aber die fertige Geschichte nicht veröffentlicht? Wenn ja wieso?

Nö.

Worüber möchten Sie unbedingt noch einmal ein Buch schreiben?

Das ist mir augenblicklich noch nicht klar. Mein aktueller Roman ist noch jung, und im Herbst kommt erst einmal das Buch zu meiner gerade absolvierten Frankfurter Poetik-Dozentur raus.

Gibt es eine Romanfigur, um die Sie einen anderen Autor beneiden?

Es liegt, glaube ich, in der eigentümlichen Art meines Schreibens, dass mir derlei nicht widerfährt.

Thomas Meinecke bei thalia.de

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