14 Fragen an Heinrich Steinfest

2012
03.12

Heinrich Steinfest: Die Haischwimmerin

Wie finden Sie den Stoff für Ihre Bücher, was inspiriert sie?

Die merkwürdigen Begebenheiten des wirklichen Lebens und was sie in meinem Kopf so anrichten.

Welche Rolle spielt Ihr Publikum für Sie, wie bauen Sie eine Beziehung zu Ihren Lesern auf?

Das Publikum macht aus einer Geschichte viele Geschichten. Es hängt von der Qualität des Buches ab, ob es diese ständigen Verwandlungen gut übersteht.

Was macht eine besondere Geschichte für Sie aus?

Ihre Leichtigkeit auch in schweren Momenten.

Was ist das für ein Gefühl, wenn Sie Monate an einem Text gearbeitet haben und schließlich das fertige Buch in der Hand halten?

Was ist das für ein Gefühl, ein Kind großgezogen zu haben und es dann in die weite Welt hinauszuschicken?

Wie lesen Sie selbst – auf dem eReader oder im gedruckten Buch?

Ich bin mein eigener Reader, aber ohne kleines e.

Welche Verantwortung hat ein Autor gegenüber unserer Gesellschaft?

Dieselbe wie jeder andere Bürger auch: Hinschauen, Analysieren, Konsequenzen ziehen. – Der Mangel an Konsequenz ist unser Unglück.

Kultur und Konsum scheinen sich oft in getrennten Sphären zu bewegen. Wie können beide zueinander finden?

Na ja, es ist wie beim Tanzen. Einer führt. Wenn der falsche führt, ist das Ergebnis dementsprechend. Wenn Sie verstehen, was ich meine.

Welcher Autor hat Sie in den vergangenen Monaten begeistert und warum?

Thomas von Kempen, Adolph Freiherr Knigge, Adalbert Stifter – weil sie mir geholfen haben, meine Würde zu erhalten. Was ja im Leben – welches eine einzige Falle in die Peinlichkeit darstellt – nicht ganz einfach ist.

In welche literarische Figur würden Sie sich gern einmal für einen Tag verwandeln?

In die Grinsekatze aus Alice im Wunderland.

Wie sehr beeinflussen eigene Erlebnisse ihr Schreiben?

Die eigenen Erlebnisse sind wie Nadel und Zwirn, mit denen etwas Erfundenes in die Luft genäht wird.

Was macht ihrer Meinung nach ein perfektes Buch aus?

Von wenigstens einem Leser richtig geliebt zu werden.

Wie muss für Sie der perfekte Anfang eines Romans aussehen?

So, daß der Leser erst einmal zum Lesen aufhört, weil er sich diese unglaubliche Ouvertüre durch den Kopf gehen lassen muß – erfreut, verärgert, betroffen, verblüfft, erschöpft –, bevor er die Geschichte weiterliest.

Worüber möchten Sie unbedingt noch einmal ein Buch schreiben?

Über die Verbrechen in Stuttgart.

Gibt es eine Romanfigur, um die Sie einen anderen Autoren beneiden?

Nein. Denn was würden meine eigenen Figuren dazu sagen? Das wäre wie Fremdgehen.

Heinrich Steinfest bei thalia.de

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