von Kristina Mink
Meine leider letzte Veranstaltung in diesem Jahr, war die Lesung im Funkhaus des WDR am Wallraffplatz mit Jörg Thadeusz, Bjarne Mädel und Senta Berger. Diese präsentierten das Thema “Bis auf die Knochen“: Auf der Suche nach der schönsten Blamage der Weltgeschichte. Und diese Suche, gestaltete sich als eine besonders Humorvolle!
Die Blamagen führten uns zu den unterschiedlichsten Autoren und deren Lektüren, die sich im Nachhinein betrachtet teils eher tragisch als humorvoll entwickelten.
Zuerst las Bjarne Mädel einen Ausschnitt aus David Foster Wallace „Unendlicher Spaß“. In diesem Werk wollte ein 75 kg schwerer Baumeister einen Lastenzug mit 1 Tonne geladenen Bausteinen bewegen. Dies endete in einem Desaster…
Im Wechsel mit Senta Berger wurde außerdem aus den Werken von Arthur Schnitzler, Anton Tschechow, Alfred Polgar, Friedrich Wedekind, Der abenteuerliche Simplicissimus, Borumir Kawall, David Sedaris und Dorothy Parker gelesen.
Jörg Thadeusz leitete den Abend mit Nietzsches Definition über die Blamage ein und humorvollen Einleitungen zu den gelesenen Texten Senta Bergers und Bjarne Mädels.
Ebenfalls wurde über Künstler wie zum Beispiel Joseph Pujol , bekannter unter dem Namen Le Petomaneder, gesprochen, der als Kunstpupser auf der Elefantenbühne des Moulin Rouge in den 1990er Jahren auftrat sowie über Florence Foster Jenkins, eine reiche amerikanische Erbin, die durch Ihre Auftritte bekannt wurde – jedoch nicht, weil sie so gut sang, sondern weil sie sich bei jedem ihrer Auftritte bis auf die Knochen blamierte. Sogar ihr Auftritt in der Carnegie Hall war restlos ausverkauft, da sich die ganzen Schaulustigen sich dieses skurrile Spektakel nicht entgehen lassen wollten. So ließ sie sich in Ihren Grabstein die Inschrift gravieren: „People may say i can’t sing, but no one can ever say I didn’t sing.“
Im ausverkauften Saal amüsierte sich das Publikum sehr und egal mit welchen Vorstellungen ich in diese Veranstaltung ging, sie wurden übertroffen!





1987 kennen sich aus dem gemeinsamen Studiengang Kreatives Schreiben in Hildesheim. Viele ihrer Mitstudenten sind heute, wie sie selber, erfolgreich im Literaturbetrieb tätig.








Und neben mir ließen es sich rund 1.600 weitere Besucher nicht nehmen, dabei zu sein. Und allem internationalen Erfolg zum Trotz, den sie seit über zwei Jahrzehnten hat, schien sich Elizabeth George über diesen Zuspruch sehr zu freuen. Im Gespräch mit der Journalistin und ausgewiesenen Expertin für Kriminalliteratur, Margarethe von Schwarzkopf, erzählte sie zunächst, wie sie zum Schreiben kam und insbesondere auch, wie sie dazu kam, als Amerikanerin Krimis zu schreiben, die in England spielen. Ihre Liebe zu diesem Land begann als Teenager, als sie in den Sechziger-Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit englischer Popkultur (den Beatles, Swinging London, Carnaby Street) in Berührung kam, die zunehmend nach Amerika überschwappte. Eine englische Schulfreundin, die nach Amerika
adoptiert worden war, tat ein übriges. Nach ersten Reizen nach Großbritannien war es dann endgültig um sie geschehen. Elizabeth George arbeitete zunächst lange Zeit als Lehrerin und schrieb zu ihrem eigenen Vergnügen erste Romane, ohne an Veröffentlichungen zu denken. Dem ersten Roman (deutsch: “Gott schütze dieses Haus”) waren zwei nicht veröffentlichte vorausgegangen, in denen zunächst der forensische Experte Simon St. James der Protagonist war. Erst im dritten Buch führte sie dann DI Thomas Lynley als den eigentlichen Experten ein. Dieser war damals ca. 33 Jahre alt, heute – also 25 Jahre später – ist er gerade einmal 39 Jahre alt. Tja, was fiktive Romanfiguren uns doch alles voraus haben…
Es war ein sehr schöner, interessanter Abend, in dem die Autorin sehr charmant und offen über ihre Bücher und ihre Figuren sprach. Abgerundet wurde dieser durch die von Schauspieler Stefan Wilkening (der auch das 


Jan Peter Bremer hat mit seinem aktuellen Werk den „Roman der Stunde“ geschrieben und trifft auf sehr humorvolle und teilweise sehr sarkastische Art und Weise den Zahn der Zeit. Er erzählt von Entmietung und globaler Obdachlosigkeit in Berlin. Er beschreibt den aktuellen Kreuzberg


Dann ging es auch schon los. Hans Meyer erzählte, damals in der DDR hätte man schon geglaubt, jedes Fußballspiel in der Bundesliga sei großartig, da man seine Informationen aus der Sportschau erhielt und dessen Zusammenschnitt der Spiele. Immer wieder zeigten die beiden Journalisten auf einer Leinwand zwischendurch lustige Szenen, wo man witzige Interviews mit Spielern sah, die peinlichsten Schwalben, alte Werbungen von Beckenbauer und Matthäus, der bei der Danone Werbung eindeutig den kleineren Löffel besaß und auch legendäre Szenen mit dem ehemaligen Trainer Hans Meyer. Da war er z.B. mitten in einer Pressekonferenz, als plötzlich sein Handy ging. Natürlich nahm er ab und alle lauschten gespannt seinem Gespräch. Doch er nickte nur immer wieder, hörte weiter zu, bis er schließlich doch bemerkte: “Entschuldigen Sie, aber ist gerade irgendwie der falsche Zeitpunkt.” Als er das Handy wieder wegsteckte meinte er nur: “Das war mein Steuerbüro!”
Der Abend ging viel zu schnell vorbei und gerne hätte man auch so manche Verlängerung gewollt. Als schließlich die vielen Zuschauer mit ihren Fußballtrikots und Schals das schwimmende Stadion verließen, freuten sie sich ihr signiertes “50 Jahre Bundesliga” Buch zu lesen und natürlich auf die Bundesliga!