der feind im schatten

Ein Abend mit Henning Mankell


2010
03.22

Der Feind im Schatten

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Am 16.03.2010 las Henning Mankell im Rahmen der lit.COLOGNE 2010 in der Rheinparkhalle in Köln. Erleben Sie nun die schösten Augenblicke dieser Veranstaltung!

Zum Buch: Dieser neue Wallander-Thriller führt direkt in den Kalten Krieg und in die schwedische Nachkriegsgeschichte. Hakan von Enke, ehemaliger U-Boot-Kommandant und zukünftiger Schwiegervater von Wallanders Tochter Linda, gewährt dem Kommissar brisante Einblicke in eine politische Affäre: Fremde U-Boote drangen in den achtziger Jahren mehrfach in schwedische Hoheitsgewässer ein, wurden aber nie identifiziert. Von Enke hat dazu jahrelang recherchiert und glaubt sich einer Lösung nahe. Doch dann verschwindet er spurlos, und als kurz darauf auch noch Enkes Ehefrau als vermisst gilt, steckt Wallander bereits mitten in den Ermittlungen… Der neue Bestseller des Krimi-Autors aus Schweden.

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Ein Abend mit Henning Mankell


2010
03.18

Von Tobias Quast aus der Thalia-Buchhandlung in Wuppertal

„Deutz ausgelastet“ zeigt mir das Schild auf der Autobahn an und ich muß schlucken. Henning Mankell liest heute in Köln-Deutz, in der Rheinparkhalle, und ich bin auf dem Weg dorthin. Aber der Besuch des Autors kann ja wohl nicht Grund für eine Verkehrsüberlastung sein? Sofort nach der Ausfahrt werde ich eines besseren belehrt, denn nur langsam schiebt sich die Autokolonne gen Rheinparkhalle. Wollen die alle zum Autor von Wallander? Ja, sie wollen!

Im Foyer der Halle das gleiche Bild wie zuvor auf der Straße: Schlangen vor den Zugängen, wie ich sie sonst nur bei einem Popkonzert erwartet hätte. Geduldig lasse ich mich Schritt für Schritt mitschieben. Im Saal ist schon ein Großteil der Plätze besetzt. Etwa 30 Meter von der Bühne entfernt schaue ich über ein Köpfemeer und bin dankbar für die installierten Großleinwände. Doch eines ist mir direkt beim Betreten der Halle aufgefallen: Eine erwartungsvolle Feierstimmung liegt in der Luft und steckt mich an.


„Ich verstehe was Sie sagen, aber ich spreche kein Deutsch“, sagt Mankell gleich nach Betreten der Bühne – in einwandfreiem Deutsch … und bekommt dafür viel Applaus. Wie seine ersten Erfahrungen mit Afrika gewesen seien, möchte Moderator Gert Scrobel wissen und spielt damit auf das große Thema in Mankells Werk und Leben an. Mit Witz und Engagement tritt der Gast während des gesamten Abends für die afrikanische Sache ein und läßt seinen neuen Roman „Der Feind im Schatten“, den abschließenden Fall Wallanders, bewußt zur Nebensache werden. Aber: „Ich habe gerne im heißen Afrika über das kalte Land Wallanders geschrieben“, erinnert er sich. Axel Milberg, der Tatortkommisar aus dem Norden, liest sodann aus dem neuen Werk, das Ende April erscheint. Als Sprecher der Wallander-Hörbücher begeistert er souverän das gebannt lauschende Publikum. Und verrät, dass gerade ein „Tatort“ gedreht wird, den Henning Mankell eigens geschrieben hat.

„Ich verstehe Literatur und literarische Figuren als Freunde“, betont Mankell zum Ende des Abends. „Noch heute spaziert Dickens’ David Copperfield neben mir durch die Strassen.“ In diesem Kontext erklärt er sich auch den Erfolg Wallanders: Er ist eine Figur, die so ist wie wir.

Bevor die Massen zum Signieren stürmen, schlüpfe ich aus dem Saal und begebe mich auf die Heimfahrt. Nach meiner ersten Begegnung mit Mankell verstehe ich nun, warum Deutz an diesem Abend ausgelastet war.