lesung

Carlos Ruiz Zafón – Die Lesung


2010
03.27

Von Janina Laube aus der Thalia-Buchhandlung in Euskirchen

Ich durfte zu einer für mich ganz besonderen Veranstaltung gehen, nämlich zur Lesung von Carlos Ruiz Zafón. Er ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren und dementsprechend gefreut habe ich mich auf diesen Abend.


Das ganze fand auf dem Literaturschiff, was in der Kölner Altstadt direkt an der Deutzer Brücke ankert, statt. Eine perfekte Location für eine super Veranstaltung kann ich nur sagen. Nach einer kurzen Begrüßung kamen die drei Hauptpersonen unter Applaus auf die Lit.COLOGNE-Bühne. Zum einen Ruiz Zafóns Dolmetscherin, denn er kann kein Deutsch, zum anderen ein Schauspieler der die deutschen Textpassagen vorlesen wird und natürlich der Autor, Carlos Ruiz Zafón, höchstpersönlich.

Nach einer Kurzbiographie Ruiz Zafóns startete der erste Leseblock. Ruiz Zafón las die Textpassagen auf spanisch, welche darauffolgend auf deutsch vorgetragen wurde. Danach beantwortete der Autor Fragen zu verschiedenen Bereichen seines Lebens. Es folgten weitere Ausschnitte aus “Der Fürst des Nebels” und “Das Spiel der Engel“. Ruiz Zafón präsentierte sich als intelligenter, sympathischer Typ, der eine Vorliebe für düstere Geschichten hat.

Auf die Frage nach der Zukunft der Literatur meinte er nur trocken: “Solange es denkende Menschen gibt, solange gibt es Literatur. Doch wie lange gibt es die denkenden Menschen noch?” Ein gelungener Abschlusssatz, für eine gelungene Lesung.
Wer wollte, konnte sich im Anschluss seine Bücher noch signieren lassen, was ich natürlich sofort gemacht habe.

Ein Abend mit Henning Mankell


2010
03.22

Der Feind im Schatten

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Am 16.03.2010 las Henning Mankell im Rahmen der lit.COLOGNE 2010 in der Rheinparkhalle in Köln. Erleben Sie nun die schösten Augenblicke dieser Veranstaltung!

Zum Buch: Dieser neue Wallander-Thriller führt direkt in den Kalten Krieg und in die schwedische Nachkriegsgeschichte. Hakan von Enke, ehemaliger U-Boot-Kommandant und zukünftiger Schwiegervater von Wallanders Tochter Linda, gewährt dem Kommissar brisante Einblicke in eine politische Affäre: Fremde U-Boote drangen in den achtziger Jahren mehrfach in schwedische Hoheitsgewässer ein, wurden aber nie identifiziert. Von Enke hat dazu jahrelang recherchiert und glaubt sich einer Lösung nahe. Doch dann verschwindet er spurlos, und als kurz darauf auch noch Enkes Ehefrau als vermisst gilt, steckt Wallander bereits mitten in den Ermittlungen… Der neue Bestseller des Krimi-Autors aus Schweden.

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Unter`m Strich ein waschechter Österreicher – Wolf Haas


2010
03.18
Von Marcus Butscheid aus der Thalia-Buchhandlung in Bergisch Gladbach

Das Literaturschiff an der Frankenwerft ist an sich schon ein klasse Ort und unterhaltsam genug, über den Rhein in Richtung Rodenkirchen zu fahren, da könnte die Veranstaltung Nebensache sein. Wolf Haas beginnt pünktlich, noch bevor das Schiff ablegt.
Er sitzt allein auf der Bühne am Tisch – ohne Moderator, da man laut Intendant bereits 2002 in der Kulturkirche tolle Erfahrungen mit dem Autoren gemacht habe. Haas kommt auch gleich zur Sache; er steigt direkt in den Text ein und rattert das erste Kapitel mit seinem berüchtigten Schmankerl-Slang dem Publikum entgegen.Das zieht auch gleich mit und lacht in einer Tour zu den vorgetragenen Situationen vom Simon Brenner, genauer vom Brenner und dem lieben Gott.
Ich nutze die Gelegenheit und will ein paar Fotos vom bebenden Haas schießen, als ihn mein Blitz erwischt und er ins Publikum ruft: „Es wird den Leuten  noch leid tun, die mich hier anblitzen und sie werden weinen“. Der Haas kann einen ja schon beeindrucken mit seinem Auftritt. Wenn er gerade nicht redet, sieht sogar angehend sympathisch aus, aber im Redefluss wirkt er wie ein Besessener. Zwischen den Leseblöcken gibt er auch einige Anekdoten zum besten; so erzählt er von seiner ersten Lesung und wie er dort aus den Online Postings der Zeitung „Standard“ zitierte, die seine Bücher und Person zum Thema hatten. Einer schreibt dort, Haas Bücher wären klasse, er würde sich nur wünschen, das er keine Hörbücher mehr liest, den dies wäre nicht auszuhalten.
Schüler und Schülerinnen Österreichs suchen derweil in Internetforen verzweifelt nach Inhaltsangaben und Interpretationen zum „Knochenmann“ und Wolf Haas selbst meint dazu, er würde seine eigenen Bücher wohl nicht lesen, wenn er Zusammenfassungen der mittlerweile 9 Romane in der Presse sieht. Ich selbst kann mir das auch sehr gut vorstellen, während ich der Geschichte lausche, in der es u.a. um eine Kindesentführung geht und der Brenner in langen Abschnitten eine vermeintliche Zeugin an der Tankstelle interviewt. Die Story wird von ihm in der typischen Haas-Manier „flaniert“. Jedoch komme ich nach einiger Zeit gut mit, bis eine unverhältnismäßig lange Pause von 20 Min. den ersten Teil der Lesung unterbricht.
Haas legt nach der Pause mit ein paar dezenten persönlichen Infos nach und liest dann weiter aus seinem Buch vor. Viel Privates gibt er tatsächlich heute nicht von sich preis, aber wenigstens kann ich zum Abschluss noch Fotos vom signierenden Haas schießen.