Von Manuela Quarz aus der Thalia-Buchhandlung im Kölner Rhein-Center
Heute, am Samstag ist meine letzte Veranstaltung der lit.COLOGNE und das waren ja wirklich aufregende Abende. Also packt mich dieses Mal ein wenig die Wehmut, aber dann auch die Freude, denn ich darf heute Abend und zum Schluß noch in die vielgepriesene Kulturkirche in Nippes… Zur Location ist kein Kommentar mehr nötig – die Kirche finde ich, wie alle anderen vor mir ebenfalls schon – auch einfach nur großartig! Nur so viel, ich sitze ganz vorn und fast unter der Kanzel! Bier habe ich übrigens auch noch nie in einer Kirche getrunken… Herr Köhler ist bei der Begrüßung fast ein wenig rührselig und schwärmt von 80 000 Besuchern! Unglaublich, das stellt ja bald den Dom als Besucherziel in den Schatten!
Doch dann zur Sache, es wird Ernst, die Hauptpersonen betreten die Bühne oder den Altarbereich? Bernhard Rogge, Moderator und Übersetzer, Wotan Wilke-Möhring, der uns die deutschen Texte liest und
Norman Ollestaad!
Ja, und den habe ich mir nun doch viel athlethischer vorgestellt, so als leidenschaftlicher Skiläufer und Surfer, ein bißchen blass und schmal kommt er mir schon vor… Lebendiger wirkt er auf mich, als er von seinem ersten Buch spricht, dies schrieb er aus der Perspektive seines Hundes, der noch dazu nach einem Skigebiet genannt ist – und natürlich dann als er von seinem Sohn spricht,da kommt Bewegung, Wärme und Lachen!
Im Übrigen, auch seinen Sohn fordert er heraus, einfach aus dem für ihn zwingenden Grund,ihm bestimmte Erfahrungen, die durchaus grenzwertig sind,-nicht vorzuenthalten ! Das hätte ich mal mit meinen drei Söhnen ausprobieren sollen…
Ich habe
SÜCHTIG NACH DEM STURM gelesen und mir die ganze Zeit die Frage gestellt, ist dies ein Buch über eine sehr ambivalente Vater/Sohnbeziehung oder geht es um die Bewältigung eines Traumas? Dieses Gefühl bleibt mir auch während des Abends vor allem, als er auf den bewussten Tag des Flugzeugabsturzes angesprochen wird… Dann gleicht Wotan Wilke-Möhring mit seiner gefühlvollen und ausdrucksstarken Lesung alles aus und überzeugt mit sparsamen Mienspiel an der richtigen Stelle, gefällt mir richtig gut!
Beim Signieren jedoch,da bin ich verblüfft..für jeden Besucher hat Norman Ollestaad einen offenen Blick und ein persönliches Wort, locker, freundlich und sympathisch…da gibt es anscheinend doch noch mehr, als das Drama am Berg.
…wieder ist ein spannender Abend zu Ende und dann ist es da, das Aschermittwochsgefühl, es waren tolle Tage…und ich freue mich schon auf das nächste Jahr…